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Prinz Max von Baden in der Deutung seiner Zeitgenossen

Donnerstag, 24.September 2020

 

Eigentlich war die Rolle des Prinzen Max von Baden am 9. November 1918 ausgespielt: Als Reichskanzler trat er zurück, sein Plan, Friedrich Ebert an seine Stelle zu setzen, scheiterte, Philipp Scheidemann rief die Republik aus. Trotzdem blieb er bis zu seinem Tod 1929 politische Symbolfigur. Für die Monarchisten ein Hochverräter am Kaiser, für die extreme Rechte der Mann des „Dolchstoßes“ in den Rücken des Volkes, für die Linke der bespöttelte „Bademax“, der die Monarchie hatte retten wollen und vor seinen eigenen Reformen erschrocken war – und für die Liberalen ein Hoffnungsträger, der sie enttäuschte, weil er sich dem demokratischen Wahlkampf verweigerte.

 

Und er selbst? Seine Haltung zur jungen Republik war vermutlich repräsentativ für einen nicht geringen Teil der Bevölkerung. Dass die Monarchie abgewirtschaftet hatte, wusste er. Aber er misstraute den vielen widersprüchlichen Stimmen, dem demokratischen Zwang zum Kompromiss. Die Sehnsucht nach dem „starken Mann“ wuchs auch bei ihm. Als die Illusionen über die Rolle Deutschlands nach dem Krieg platzten und die Regierungen rasch wechselten, flüchtete auch der Prinz in Idealbilder einer heilen Welt. Als Muster dafür wollte er die Salemer Reformschule verstehen.

Der Vortrag zeichnet diese changierende, manchmal auch diffuse Weltsicht nach: kein wirkliches politisches Programm, sondern eher Versuche, mit dem Trauma der Niederlage von 1918 fertig zu werden. Der Redner, Prof. Dr. Konrad Krimm, ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein und hat als Archivar im Karlsruher Generallandesarchiv den Nachlass des Prinzen inventarisiert. Mit seinem Vortrag will er dazu anregen, mit diesen Quellen auch zu arbeiten. Sie stammen aus einer Zeit, in der über Chancen und Scheitern von Demokratie entschieden wurde.

Referent Prof. Dr. Konrad Krimm, Karlsruhe

Donnerstag, den 24. September 2020, Beginn 19.00 Uhr

Hotel “Sonne-Eintracht“ Achern

Hinweis: Aufgrund der Corona-Verordnung bezüglich des Virus Covid-19 gelten auch bei dieser Veranstaltung die zwischenzeitlich allgemein bekannten Hygieneregeln. Insbesondere ist beim Betreten und bei der Bewegung im Raum ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, der nach Einnahme des Sitzplatzes abgenommen werden kann.

Details

Datum:
Donnerstag, 24.September 2020

Veranstalter

Historischer Verein Achern

Veranstaltungsort

Hotel Sonne Eintracht
Hauptstrasse 112
Achern, 77855
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